Oper und Ballett
1. Konzert | Die Muse und der Dichter
Symphonieorchester des SNG Maribor
Dirigent: Dayner Tafur-Díaz
Solistinnen und Solisten: Maria Ioudenitch, Violine; Tim Posner, Violoncello; Geneva Lewis, Violine; Emma Wernig, Viola
In Koproduktion mit Narodni dom Maribor
Lucijan Marija Škerjanc: Festliche Ouvertüre für Orchester
Camille Saint-Saëns: La muse et le poète, op. 132
Max Bruch: Konzert für Violine, Viola und Orchester e-Moll, op. 88
Igor Strawinsky: Der Feuervogel, Suite für Orchester (1919)
Das erste Konzert des Symphonischen Zyklus, das in Koproduktion mit dem Festival Maribor beziehungsweise dem Narodni dom Maribor veranstaltet wird, steht ganz im Zeichen festlicher Orchesterklänge, eines ausgeprägten konzertanten Dialogs und üppiger symphonischer Klangfantasie.
Den Auftakt des Abends bildet die Festliche Ouvertüre von Lucijan Marija Škerjanc, einem der bedeutendsten slowenischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, dessen Orchesterstil die expressive Klangwelt der Spätromantik mit einem ausgeprägten Gespür für farbenreiche Instrumentation und subtile formale Ausgewogenheit verbindet.
Es folgt Camille Saint-Saëns’ subtiles und nur selten aufgeführtes Werk La muse et le poète (Die Muse und der Dichter), eine außergewöhnliche musikalische Meditation für Violine, Violoncello und Orchester, in der sich lyrische Innenschau und vornehme französische Eleganz miteinander verbinden.
Im Zentrum des Abends steht Bruchs Konzert für Violine, Viola und Orchester e-Moll op. 88, das zu den schönsten spätromantischen Konzertwerken für diese eher seltene solistische Besetzung zählt. Melodische Wärme, harmonischer Reichtum und ausgeprägte Kantabilität verschmelzen hier zu einem edlen konzertanten Ganzen, in dem sich die beiden Solostimmen in einem feinfühligen Dialog mit dem Orchester verweben.
Den Abschluss des Konzerts bildet die Suite aus Igor Strawinskys Ballett Der Feuervogel in der zweiten Fassung von 1919, die zu den beliebtesten Orchesterwerken des frühen 20. Jahrhunderts zählt. Aus der Märchenwelt der russischen Folklore schöpfend, entführt das Werk das Publikum in eine klanglich opulente Welt voller Magie, Geheimnis, rhythmischer Energie und funkelnder orchestraler Fantasie. Strawinsky offenbart darin bereits sein außergewöhnliches Gespür für die farbliche Schichtung des Orchesters, dramatische Steigerungen und eine suggestive musikalische Dramaturgie, die sich aus dunklen, beinahe verwunschenen Stimmungen zu einer triumphalen Schlussapotheose entfaltet. So klingt der Konzertabend mit einer feurigen Orchesterfantasie aus, deren Klanggewalt und imaginativer Glanz bereits die Vielfalt und Dynamik der neuen Konzertsaison ankündigen.